Nassau. Eine stattliche Gruppe Naturinteressierter allen Alters hatte sich zu später aber noch heller Stunde an der Autowendebrücke im Kaltbachtal Nassau eingefunden. Es sollte um Rotkehlchen, Fledermäuse und Glühwürmchen gehen, so der Plan von Manfred und Ursula Braun. Doch es verlief alles etwas anders…
Am Wegrand wurde zuallererst ein großes lebendes Hirschkäfermännchen gefunden, eine in diesem Jahr in der Region durchaus auffälligen Käferart. Natürlich wurde die Biologie, insbesondere die mehrjährige Entwicklung der größten einheimischen Käferart erläutert. Der Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Totholz in Baumformat und der Käferzunahme wurde ersichtlich. Der Gesang des Rotkehlchens war wieder Thema im „normalen“ Exkursionsbetrieb. Singdrossel, Amsel und Mönchsgrasmücke waren zu hören. Das Rotkehlchen noch nicht, es wurde ohnehin in der Dämmerung erwartet. Zeit genug, um sich mit dem Körperbau, der Biologie und vor allem der Orientierung unserer Fledermäuse zu befassen. Auch hier wurden die Kinder eingebunden, und allen wurde klar, dass das Verhören der Ultraschalllaute nur mit mitgebrachten Ultraschalldetektoren möglich ist. Diese Geräte wandeln die für uns nicht hörbaren Frequenzen um. Dann, ein Blick an den Himmel zeigte um 21.45 Uhr das erste kleine Flattertier, eine Zwergfledermaus beim Insektenfang in der Baumkronenregion.
Aber schon wieder wurde das geplante Scenario der Exkursion unterbrochen, da nah bei der Gruppe auf einem kleinen Felsen ein größerer Vogel landete. Der Tipp auf Waldkauz bestätigte sich beim Abflug des Tieres mit einer Spannweite von knapp 100 cm. Er gab auch noch mehrfach seinen heulenden Ruf zum Besten. Losmarschiert, kaltbachtalaufwärts, wurde auch. Die Detektoren registrierten pausenlosen Fledermausflug und Brauns erklärten, dass vermutlich Zwergfledermaus, Bartfledermaus und Fransenfledermaus umherflogen. Dazu kamen drei singende Rotkehlchen auf der Strecke. An den dunklen Waldstücken wurden nunmehr auch die ersten Glühwürmchen erspäht. Die Biologie war vorher geklärt worden, denn es handelt sich um Käfer mit einer markanten und auch abschaltbaren Leuchtfunktion auf der Hinterleibsunterseite, übrigens in der Leuchteffektivität unseren LED-Lampen überlegen. Auf dem Rückweg wurde es immer dunkler und immer mehr Leuchtkäfermännchen waren im dunkler werden Wald unterwegs. Dann ein starkes Leuchten im Brennesseldickicht am Boden. Ein hell leuchtendes Leuchtkäferweibchen, ohne Flügel und das Ziel der Flüge der mittlerweile kaum zählbaren und überall funkelnden Männchen. Ein tolles Erlebnis. Feuchte Täler sind der Lebensraum der Leuchtkäfer, da die Larven sich am Boden ausschließlich von Schnecken ernähren. Zum Abschluss gab es noch Fledermausstempel für Kinder und Erwachsene, süße „Gummifledermäuse“ und für Interessierte ein Insektennistblock, gespendet von Frau Ilse Leifheit und gefertigt in der Wertstatt Langauer Mühle.
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