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Nassau. Unter dem Motto „(D)Ein Vormittag für Nassau“ haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet und im Außenbereich getroffen, um gemeinsam etwas für die Stadt Nassau zu tun. Fünf Projekte standen auf dem Programm und bei bestem Herbstwetter wurde überall motiviert gearbeitet, geschnitten, gegraben und gepflanzt. Leider war die Beteiligung, besonders bei den Arbeiten an den Beeten im Stadtbereich, deutlich geringer als bei vorherigen Projekttagen.
Trockenresistente Stauden und Gehölze für städtische Beete
In der Nassauer Innenstadt und in Bergnassau-Scheuern wurden die Beete von Unkraut befreit und die bestehende Bepflanzung mit klima- und hitzeresistenten Stauden und Gehölzen ergänzt. Die Pflanzen behalten auch im Winter ihr Blattwerk und bieten Insekten wertvollen Lebensraum – ein sichtbarer Beitrag für Artenschutz und Nachhaltigkeit. Das Pflanzgut wurde nach eingehender Begutachtung der Beete mit Frau Gasteyer von der Baumschule Weyersbach ausgewählt, um ein optimales Wachstum am jeweiligen Standort zu erreichen. Der geschlossene Bewuchs einer Dauerbepflanzung vermindert den Pflegeaufwand und sorgt für ein beständig ansprechendes Stadtbild. Frau Gasteyer ließ es sich nicht nehmen auch selbst beim Projekttag mit anzupacken. Aufgrund der enttäuschend geringen Beteiligung konnten leider nicht alle Pflanzen gesetzt werden, was die Bauhofmannschaft zeitnah nachholen wird.
Obstbaumpflege auf dem Heidchen
Hier stand die Pflege der städtischen Obstbäume im Mittelpunkt. Der „Obstbaumpate“ des Bauhofs, Rene, hatte mit den Kollegen Arbeitsgerätschaften und -Materialien bereitgestellt und so konnten die Anwesenden die Baumstämme von Seitentrieben befreien, konkurrierenden Bewuchs in den Baumscheiben entfernen und diese auflockern, so dass Niederschläge leichter an die Wurzeln gelangen können. Im zeitigen Frühjahr wird es auf der selben Fläche eine Einführung in den Obstbaumschnitt geben. Die Naturschutzexperten Ursula und Manfred Braun werden mit Unterstützung von Rene und einem befreundeten Kollegen die Grundzüge der Schnitttechnik erläutern, demonstrieren und auch praktizieren lassen, um den Bäumen die nötige Luft in der Krone zu verschaffen, damit es eine reichhaltige Ernte geben kann. An der Aktion beteiligten sich u.a. neben den Jägern des Reviers Nassau Ost auch Eltern von Grundschulkindern und Schülerinnen und Schüler mit ihrem Rektor Thorsten Winkes, die tatkräftig mit anpackten, trotz Schulferien. Die Ferienzeit schlug sich leider ebenfalls merklich negativ auf die Beteiligung nieder. Umso dankbarer sind wir allen fleißigen kleinen und großen Unterstützern.
Waldwichtel pflegen den mittleren Weinbergweg
Die Wanderwegepaten kümmerten sich mit großem Einsatz um den mittleren Weinbergsweg Richtung Dausenau. Sie schnitten den Weg von behindernden Bäumen, Brombeerranken und Gestrüpp frei, räumten störende Geröllablagerungen beiseite und verpassten der Schutzhütte einen neuen Anstrich. Neben der aufwendigen Daueraufgabe der Wanderwegekontrolle und -unterhaltung wieder eine tolle Leistung, die sich sehen lassen kann. Der Weg bietet ein wunderschönes Panorama über die Lahn und Nassau und ist ein echter Tipp für Wanderfreunde. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich weitere Bürger/innen den Waldwichteln anschließen würden.
Trockenmauerkurs am unteren Weinbergweg
Unter Anleitung von Helge Ehmann fand der zweite Trockenmauerkurs in Nassau statt. Ermöglicht wurde dies erneut durch den Zweckverband Naturpark Nassau, dessen Geschäftsführer Stefan Eschenauer kräftig mitmauerte. Wie beim ersten Kurs war mit Frank Böwingloh auch wieder ein Mann am Start, der sich international für den Erhalt dieser jahrhundertealten Handwerkskunst einsetzt. Die Teilnehmenden erlernten das Errichten der Trockenmauern nur mit Natursteinen ohne Mörtel und Beton, eine uralte Technik, welche als immaterielles Weltkulturerbe gilt. Angelegt, teilweise schon im 12. Jahrhundert um die Hänge u.a. für den Weinbau zu terrassieren, dienen die Mauern heute als ökologisch höchst wertvolle Lebensräume, etwa für Mauereidechsen oder sogar Fledermäuse. Die Stadt Nassau möchte diese Initiative, gerne auch in Kooperation mit Nachbargemeinden weiter vorantreiben und das Bewusstsein für dieses wertvolle Erbe stärken. Erste Kursteilnehmer haben bereits angekündigt das Erlernte schon bald in der Praxis anwenden zu wollen und an den Mauern im Niederberg weiterzuarbeiten. Auch hier sind weitere Mitstreiter herzlich willkommen.
Beetpflege und Efeurückschnitt in Bergnassau-Scheuern
Auch in Bergnassau-Scheuern trafen sich einige engagierte Bürgerinnen und Bürger, um Beete zu pflegen, zu pflanzen und auch die Friedhofmauer von überwucherndem Efeu zu befreien. Mit viel Einsatz und Liebe wurde das Areal wieder in einen gepflegten Zustand gebracht – ein schönes Zeichen gelebter Dorfgemeinschaft. Doch auch hier wünschen sich die Aktiven mehr Unterstützung der übrigen Einwohnerschaft.
Zum Abschluss des erfolgreichen Projekttages lud die Stadt Nassau alle Helferinnen und Helfer zu einem Imbiss ein. Der Betreiber der Stadthalle, Cengiz Kiziltoprak, stellte die Terrasse zur Verfügung und spendete eine köstliche Kartoffelsuppe. Getränke und Brötchen stiftete die REWE Felix Pebler oHG. Beim gemeinsamen Snack und kühlen Getränken dankte der erste Beigeordnete der Stadt Nassau, Uli Pebler, allen Beteiligten und den Spendern ganz herzlich für ihr beispielhaftes Engagement für unsere Stadt.


