Bad Ems. Kaum waren die internationalen Gäste der Generalversammlung der Great Spa Towns of Europe verabschiedet, stand für Bad Ems bereits der nächste wichtige Welterbe-Termin an: das jährliche Monitoring durch ICOMOS-Deutschland. Am 17. Oktober begrüßte die Stadt gemeinsam mit dem Welterbesekretariat der GDKE erneut Prof. Brigitte Mang, die nationale Monitoring-Beauftragte von ICOMOS – dem Nationalkomitee des Internationalen Rats für Denkmalpflege und beratendes Gremium der UNESCO. Der nunmehr vierte Besuch in Bad Ems, Baden-Baden und Bad Kissingen hat sich längst zu einem festen herbstlichen Termin etabliert.
Austausch zu aktuellen Projekten und Entwicklungsprozessen
Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch zur Weiterentwicklung der Welterbestätte sowie Einblicke in laufende und geplante Projekte. Neben strategischen Gesprächen zu Planungs-, Schutz- und Entwicklungsprozessen wurden Maßnahmen aus den Bereichen Denkmalpflege, Vermittlung, Tourismus und kulturelle Bildung vorgestellt. „Der kontinuierliche Austausch mit ICOMOS ist ein zentraler Baustein, um die hohen Standards des Welterbes zu erfüllen und zugleich unsere Stadt verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“, betonte Stadtbürgermeister Oliver Krügel. Welterbekoordinatorin Julia Palotas ergänzte: „Der Besuch bietet jedes Jahr einen wertvollen Moment der Reflexion: Was wurde erreicht, mit welchen Partnern sind wir im Austausch, und welche neuen Projekte stehen an, um unser Welterbe noch sichtbarer und erlebbarer zu machen?“
Nach einem Auftaktgespräch im Rathaus führte ein Rundgang zu zentralen Orten und Bauprojekten im Welterbegebiet, darunter das Haus der Vier Türme und Badhaus, der Quellenturm mit Präsentation eines digitalen 3D-Modells sowie die Bahnhofshalle, die derzeit durch die Deutsche Bahn umfassend saniert wird.
Welterbe-Vermittlung sichtbar stärken: Besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf Programmen zur kulturellen Bildung, Beteiligung der Bevölkerung und Sichtbarkeit des Welterbetitels. Vorgestellt wurden unter anderem das LEADER-Projekt „Welterbe sichtbar machen“, das mit nun positivem Förderbescheid in diesem Winter in die Umsetzung startet. Ein EU gefördertes Projekt, das Informations- und Orientierungselemente im Stadtbild entwickelt und Bad Ems als Welterbe-Ort noch erlebbarer und klarer wahrnehmbar machen wird. Ein weiteres Thema war der Tag des offenen Denkmals 2025, der mit rund 250 engagierten Ehrenamtlichen aus Chören, Musikschulen, Kulturinstitutionen und Vereinen ein Format für ein starkes Zeichen von bürgerschaftlichem Engagements war, dass zudem einen neuen Blick auf historische Orte der Kurstadt warf und durch die Welterbe-Entdeckungstour für Kinder bereichert wurde. Ein gemeinsames Bildungsprojekt städtischer Kitas, des Jugendzentrums und der Welterbekoordination. Kinder entdeckten spielerisch die Geschichte der Kurstadt – ein Beispiel lebendiger Welterbe-Vermittlung und frühzeitiger kultureller Bildung.
Zum Abschluss ihres Besuchs zeigte sich Prof. Brigitte Mang sehr erfreut über die Entwicklung in Bad Ems: „Viele positive Fortschritte waren in diesem Jahr zu verzeichnen – sei es der Fortschritt bei den Arbeiten am Hauses der Vier Türme und dem Badhaus nach dem verheerenden Brand im Sommer 2024 oder die Arbeiten am Quellenturm, die mit der Lösung statischer Herausforderungen und dem neuen Dachstuhl große Schritte vorausgegangen sind. All das zeigt, wie verantwortungsvoll hier mit dem baulichen Erbe umgegangen wird.“ Gleichzeitig betonte sie den hohen Einsatz aller Beteiligten:
„Wir Fachleute wissen, wie viel Energie und langen Atem es benötigt, eine Welterbestätte mit vergleichsweise wenigen hauptamtlichen Kräften nachhaltig zu erhalten, zu vermitteln und in die Zukunft zu führen. In Bad Ems sehe ich beeindruckendes Engagement, und gerade im Verlauf des letzten Jahres eine starke Vernetzung. Das sind hervorragende Voraussetzungen, um die Welterbeidee weiter mit Leben zu füllen.“
v.l.n.r. Achim Deusner, Geschäftsführer Staatsbad GmbH Bad Ems; Oliver Krügel, Stadtbürgermeister Bad Ems; Prof. Brigitte Mang, Monitoring-Beauftragte ICOMOS Deutschland; Nadine Hoffmann, Welterbesekretariat GDKE; Nadine Neft, Gebietsreferentin GDKE; Katja Laupert, Untere Denkmalschutzbehörde RLK; Julia Palotas, Welterbekoordinatorin Stadt Bad Ems; Tobias Zaun, Bauamtsleitung VG Bad Ems-Nassau
Foto: Stadt Bad Ems
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