43
Bad Ems. Zu früher Stunde, die Kurstadt schlummerte noch vor sich hin, riss die Wolkendecke über Bad Ems entzwei und die Sonne tauchte das Lahntal in goldenes Licht – passend zur schimmernden Kuppel der russisch-orthodoxen Kirche. Und so begann der Tag des offenen Denkmals für mehr als 250 Mitwirkende überaus verheißungsvoll und gut gelaunt, begleitet von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. An mehreren Orten erfüllten Chöre und die Musikschulen die fantastische Kulisse des Welterbes mit Klang: ob die Talstation der Malbergbahn, das Heyer-Haus, die katholische Pfarrkirche St. Martin, das Kursaalgebäude, die Römerquelle und weitere mehr.
Eine historische Führung durch das Kurhotel sowie eine Filmvorführung in Schloss Balmoral bereicherten den Tag darüber hinaus. Eine lebendige Brise zog durch Bad Ems, die an die einst mondäne Kurzeit erinnerte. Ein liebevoll gestaltetes Programmheft erleichterte die Orientierung und machte den Streifzug durch die Stadt zum Vergnügen. Auch für Kinder war gesorgt: Auf einer Welterbe-Entdeckungstour lernten sie spielerisch Geschichte kennen, während die etwas Größeren digital per App Rätsel des Jugendzentrums Bad Ems lösten.
Ganz gespannt wanderte das Publikum zum Haus der Vier Türme, welches sich zum ersten Mal nach dem verheerenden Brand des Dachstuhls in Interaktion mit der Öffentlichkeit begab. Zwar war ein Betreten aus Sicherheitsgründen nicht möglich, doch hauchte ein Erzähler dem Gebäude durch Geschichten rund um das Emser Wasser das erste Leben ein – begleitet von Chorstücken der Männerchorgemeinschaft und einer Performance der Tanzfabrik Mittelrhein auf dem Baugerüst. Der große Abschluss des Tages fand dann mit allen beteiligten Chören und der SingPause im Kurtheater statt: ein Benefizkonzert zugunsten der Bürgerstiftung Bad Ems und des Hospiz Rhein-Lahn. Zahlreiche Chöre gestalteten ein abwechslungsreiches, zweistündiges Programm vor vollem Haus. Die Begeisterung war groß, die Stimmung heiter – und so füllten sich die Spendenboxen mit mehr als 2.000 Euro, die für sinnvolle Hilfen eingesetzt werden können.
Als sich die Veranstaltung dem Ende näherte, entstand doch zugleich die Vorfreude: Möge aus einem Tag im Welterbe ein Sommer im Welterbe werden. „Wenn wir auf diesen Tag zurückschauen, dann ist es mir ein besonderes Anliegen, den Dank nicht nur an die vielen Ehrenamtlichen zu richten – auch wenn ihr Einsatz unverzichtbar ist und unser kulturelles Leben prägt. Mein ganz besonderer Dank geht auch an Welterbekoordinatorin Julia Palotas, die mit ihren Ideen und Herzblut, gemeinsam mit Regionalkantor Jan Martin Chrost und vielen
hier nicht namentlich genannten Aktiven derart viele Menschen zusammengebracht und für ein Miteinander gesorgt hat, das es gilt in die Zukunft zu begleiten“, so Stadtbürgermeister Oliver Krügel. Eine gelungene Inszenierung entsteht nie im Alleingang – erst durch das Miteinander vieler engagierter Menschen wird sie vollständig…wir freuen uns auf all das was passieren wird!
Quelle: PM





