Frücht. Am 2. April fand die 6. Sitzung unseres Ortsgemeinderates statt. Gerne möchte ich Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Themen und Beschlüsse geben.
Haushalt 2025 verabschiedet
Ein zentrales Thema war die Verabschiedung des Haushaltsplans für das laufende Jahr. Dank der Einnahmen aus Grundstücksverkäufen im Neubaugebiet konnten wir einen ausgeglichenen Haushalt aufstellen – sowohl im Ertrags- als auch im Finanzhaushalt. Die Ratsmitglieder stimmten dem Haushaltsplan einstimmig zu. Besonders erfreulich: Auch mittelfristig ist durch weitere Verkäufe eine solide Finanzlage absehbar.
Zinsen: Anfrage zur besseren Anlage des Gemeindeguthabens
Wir haben außerdem die Verzinsung unseres Guthabens in der Einheitskasse diskutiert. Aktuell liegt die Verzinsung bei lediglich 0,9 %. Da Bundesanleihen aktuell mit etwa 2,3 % rentieren, prüfen wir die Möglichkeit einer höherverzinslichen Anlage. Leider wurde unser Antrag bei der Verbandsgemeinde abgelehnt. Nun wollen wir eine rechtliche Klärung durch die Kommunalaufsicht in Betracht ziehen – trotz der damit verbundenen Kosten. Ziel ist es, auch künftig verantwortungsvoll mit dem Vermögen der Gemeinde umzugehen.
Alte Gasse: Keine vollständige Erneuerung geplant
Die „Alte Gasse“ war erneut Thema einer kontroversen Diskussion. Nach sorgfältiger Abwägung hat sich der Gemeinderat gegen eine vollständige Sanierung ausgesprochen. Die Mehrheit sieht derzeit weder die technische Notwendigkeit noch einen wirtschaftlich sinnvollen Anlass für eine umfangreiche Maßnahme.
Hintergrundinformationen zu der Entscheidung des Gemeinderates
In der vorherigen Sitzung konnte noch keine Entscheidung zur Erneuerung der „Alten Gasse“ getroffen werden. Seitdem wurden weitere Informationen und Kostenübersichten eingeholt.
Eine vollständige Erneuerung, die sowohl die Kanalarbeiten als auch die Wiederherstellung der Straßenoberfläche umfasst, würde für die Gemeinde voraussichtlich rund 190.000 € für den Straßenbau (in ähnlicher Ausführung wie der Bestand) sowie ca. 61.000 € für die Kanalarbeiten kosten. Diese Gesamtkosten von derzeit ca. 250.000€ würden gemäß den geltenden Verträgen im Rahmen der wiederkehrenden Beiträge zu 70 % auf alle Grundstückseigentümer in Frücht und zu 30 % auf die Gemeinde entfallen. Für die Grundstückseigentümer würde dies eine durchschnittliche Zusatzbelastung von ca. 950 € bedeuten.
Im Gegensatz dazu würden bei einer Entscheidung gegen eine umfassende Erneuerung lediglich die Kosten für die Kanalerneuerung in Höhe von rund 61.000 € anfallen. Diese würden ebenfalls im Rahmen der wiederkehrenden Beiträge aufgeteilt, was zu einer durchschnittlichen Belastung von etwa 230 € pro Grundstück führen würde.
Nach Rücksprache mit einem Straßenbauexperten ist eine Sanierung der „Alten Gasse“ in absehbarer Zeit nicht nötig. Die Stellen, welche von der UGG für die Glasfaserverlegung geöffnet wurden, werden in den nächsten Wochen noch korrigiert.
Hinweis: Die geschätzten Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die „Alte Gasse“. Im Zuge der Kanalsanierung wird auch ein Teil der Straße „Am Kratz“ instandgesetzt.
Pflegemaßnahmen am Weickert
Zur Pflege des Weickert wollen wir nach dem Sommer erstmals ein Kettenraupenfahrzeug testen, das per Fernsteuerung arbeitet. Ziel ist es, durch regelmäßige Entbuschung die Anforderungen der Naturschutzbehörde zu erfüllen, damit das Gebiet offiziell als Vogelschutzgebiet „Mittelrheintal“ anerkannt wird. Die Finanzierung ist im Haushalt gesichert.
Benutzungsordnung DGH und Grillhütte überarbeitet
Die neue Benutzungs- und Gebührenordnung für das Dorfgemeinschaftshaus und die Grillhütte wurde diskutiert. Die bisherigen Gebühren bleiben bestehen, jedoch müssen einige rechtliche Formulierungen überarbeitet werden. Die endgültige Abstimmung wurde deshalb verschoben.
Regionale Förderprogramme – Ihre Ideen sind gefragt
Im Rahmen eines bundesweiten Förderprogramms stehen uns neue finanzielle Mittel für wichtige Gemeindeprojekte zur Verfügung. Hierzu wurde aufgerufen, Ideen und Angebot zu sammeln, welche in der nächsten Sitzung besprochen werden sollen. Ziel ist es, möglichst Projekte umzusetzen, die dem Allgemeinwohl dienen – insbesondere Angebote für Kinder und Jugendliche, aber auch Maßnahmen zur Sanierung und Aufwertung des Dorfgemeinschaftshauses stehen im Fokus.
Ein Dank zum Umwelttag
Zum Schluss möchte ich mich herzlich bei den rund 60 engagierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern des diesjährigen Umwelttages bedanken! Der Panoramaweg wurde vom Müll befreit, Wege gepflegt und Jungbäume gesichert. Solche Aktionen zeigen, wie stark unser Gemeinschaftsgeist ist – und machen Frücht zu dem lebens- und liebenswerten Ort, der er ist.
Marco Hößel, Ortsbürgermeister