Bad Ems. Im Museum der Stadt Bad Ems kann jetzt ein neues Ausstellungsstück bewundert werden. Es ist ein großer Spiegel aus dem Anprobierzimmer der Trachtenschneiderei aus dem alten Mutterhaus der Diakonissen der Stiftung Diakoniewerk Friedenswarte an der Alten Kemmenauer Straße in Bad Ems.
Die Diakonissin Schwester Christel Oeser erinnert der Spiegel daran, dass so viele Schwestern beim Anprobieren ihrer geschneiderten Tracht schon vor ihm gestanden haben. Sehr viel exakte Handarbeit war vorher erforderlich, bis ein Kleid in der gewünschten Farbe einer Schwester übergeben und die gute Passform des neuen Kleides begutachtet werden konnte.Am Spiegel ist auch ein Originalmodell als Arbeitskleid zu sehen, so wie es viele Jahrzehnte von den Diakonissen getragen wurde. Es gab auch Kleider in schwarz für fest-liche Anlässe und graue für andere Zusammenkünfte. Die Arbeit der Diakonissen zum Wohl kranker und hilfsbedürftiger Menschen hat in Bad Ems seit Ende des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle gespielt. Sie errichteten in Bad Ems ein Krankenhaus, das „Diakonissenheim“. Dort wurde den Bewohnern des Dorfes Ems und den oft kranken Bergarbeitern der Blei- und Silbergruben liebe-voll geholfen. Auch haben viele Bad Emser dort das Licht der Welt erblickt. Die Leiterin des Museums, Julia Palotas, hat sich im Museum herzlich bei Schwester Christel Oeser für das Ausstellungsstück und bei Frau Berta Löser-Wagner für die Vermittlung bedankt. Ein großer Dank gilt auch dem städtischen Bauhof für die si-chere Aufstellung des Schmuckstückes. Das Stadtmuseum in der Römerstraße 97 ist dienstags bis freitags und an den Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Zur Historie und über die Arbeit der Emser Diakonissen sind zwei Bad Emser Hefte vom Verein für Geschichte, Denkmal- und Landschaftspflege e.V. mit dem Titel „Die Diakonissen und ihr Wirken in Bad Ems und Umgebung“ erschienen. Die beiden Hefte können gegen einen geringen Kostenbeitrag am Empfang des Museums erworben werden.
Quelle Stadt Bad Ems